Baulärm: Was tun?

Wenn der Nachbar mal wieder meint zu Unzeiten mit lautem Baulärm anfangen zu müssen, ist Streit quasi vorprogrammiert. Jeder vertritt seinen Standpunkt, ein Ergebnis mit dem sich beide Parteien zufrieden zeigen, wird in der Regel nicht zu erwarten sein. Aber was gibt es für rechtliche Möglichkeiten zum Beispiel gegen störenden Baulärm am Feiertag? Müssen die Nachbarn wirklich alles hinnehmen?

Wie der Interessenverband Haus & Grund herausgefunden hat, haben die Deutschen etwa 95 Milliarden Euro in die Sanierung bzw. Modernisierung von Wohnraum gesteckt – allein im Jahr 2010. Wegen einer bevorstehenden Mietrechtsnovelle ist noch mit einer Steigerung dieser Summe im Jahr 2012 zu rechnen.

Kein Recht auf ständige Ruhe
Wer meint, dass der Nachbar auch zu humanen Zeiten keinen Baulärm produzieren darf, der irrt. Schließlich gibt es hierzulande kein Recht auf Ruhe – zumindest nicht ständig und zu jedem Zeitpunkt. Es gibt nämlich einfach notwendige Arbeiten, die einen gewissen Lärm verursachen. Verbieten lassen kann man diese nicht. Trotzdem haben die Nachbarn von Unruhestiftern natürlich einen rechtlichen Rahmen, gegen zu starke Lärmbelästigung vorzugehen.

Übrigens: Es ist rein rechtlich absolut in Ordnung zumindest werktags bis 22 Uhr abends zu arbeiten- inklusive Baulärm. Schon alleine aus moralischen Gesichtspunkten sollte man jedoch zum Beispiel auch an Kleinkinder oder ältere Personen denken. Grundsätzlich gilt dabei: Mieter müssen alles erdulden, dass im weitesten Sinne den „Erhalt der Mietsache“ dient.

Was dagegen schon etwas problematischer ist, ist Baulärm an Sonn- oder Feiertagen. Hier hat man in der Regel eine rechtliche Grundlage, gegen seinen Nachbarn vorzugehen – notfalls auch per einstweilige Verfügung beim örtlichen Gericht. Hier sollte man jedoch auf das zukünftige Zusammenleben Acht geben. Schließlich bringt es nichts den Nachbarn per Gerichtsbescheid zur Ruhe zu bringen, im Gegenzug dazu aber eine gute Nachbarschaft für die nächsten Jahre aufs Spiel zu setzen. Sofern möglich sollte man also als erstes immer das persönliche Gespräch suchen.