Energieausweis für Immobilien – das müssen Bauherren und Immobilienkäufer beachten

Die Energieeffizienz wird beim Bau oder Kauf einer Immobilie ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium. Mit dem Energieausweis lässt sich die Energieeffizienz von verschiedenen Gebäuden auf einen Blick miteinander vergleichen. So können Käufer oder Mieter vor der Entscheidung für ein bestimmtes Objekt bereits im Vorfeld die zu erwartenden Energiekosten einschätzen. Die Ausweise sind zehn Jahre lang gültig und müssen immer dann vorgelegt werden, wenn ein Gebäude oder eine Wohnungseinheit vermietet, verpachtet oder verkauft wird.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis für Wohngebäude

In der Praxis werden zwei Arten von Energieausweisen unterschieden. Beim Bedarfsausweis werden die durchschnittliche benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Warmwasserbereitung anhand der vorhandenen Bausubstanz und der genutzten Heizungsanlage eingeschätzt. Im Gegenzug dazu beruht der Verbrauchsaufweis auf dem bisher benötigten Energieverbrauch. Dieser wird anhand der Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre ermittelt.

Welcher der beiden Energieausweise ist zulässig?

Bei Gebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten kann die Art des genutzten Energieausweises frei gewählt werden. Eine Wahlfreiheit für Gebäude mit vier oder weniger Einheiten besteht nur für Gebäude, deren Bauantrag nach dem 01.01.1977 gestellt wurde bzw. die Bestimmungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllen. Für alle anderen Gebäude ist zwingend ein Bedarfsausweis vorgeschrieben.

Im roten oder im grünen Bereich

Bei beiden Varianten des Energieausweises ist die entscheidende Frage, ob der Energieverbrauch eines Gebäudes im roten oder im grünen Bereich liegt. Ein Verbrauch in grünen Bereich sagt aus, dass nur wenig Energie für Heizung und Warmwasser benötigt wird. Dagegen weisen Gebäude im roten Bereich eine negative Energiebilanz aus. Damit Käufer und Mieter das jeweilige Ergebnis besser einordnen können, enthält der Energieausweis noch zusätzlich eine Skala mit Vergleichswerten. Diese gibt Auskunft darüber, wie hoch der Energieverbrauch bei den verschiedenen Bautypen vom Passivhaus bis hin zum unsanierten Mehrfamilienhaus im Durchschnitt ist. Dazu werden im Energieausweis Empfehlungen gegeben, wie sich die Energieeffizienz des Gebäudes verbessern lässt.