Hohe Nebenkostenabrechnung – ein prüfender Blick lohnt sich

Die Abrechnung der Nebenkosten für eine Mietwohnung sorgt regelmäßig für Frust. Ein vermeintlich hoher Verbrauch von Warmwasser & Strom für Außen- und Kellerbeleuchtung treibt die „2. Miete“ in die Höhe. Die Folge: Sie als Mieter müssen noch einmal kräftig in die Tasche greifen. Dabei raten Experten, nicht jede hohe Nebenkostenabrechnung blind zu zahlen. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen immer wieder, dass nur ein Teil der Abrechnungen korrekt ist. Und eine genaue Prüfung ohne Beanstandung übersteht. Was aber tun bei einer hohen Nebenkostenabrechnung?
Prüfschema der Nebenkostenabrechnung
Grundsätzlich muss die Abrechnung einige Pflichtbestandteile beinhalten. Dazu gehört die Angabe des erfolgten Abrechnungszeitraums, Informationen zum Verteilerschlüssel sowie eine Aufschlüsselung der Einzelposten, die in die Nebenkosten einfließen. Ebenfalls ein wichtiger Punkt – die bereits geleisteten Vorauszahlungen. Aber selbst wenn hier alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint – geschummelt wird immer wieder.
Ursachen einer hohen Nebenkostenabrechnung
Haben Sie eine zu hohe Nebenkostenabrechnung erhalten? Dann hat Ihr Vermieter vielleicht typische Fehler gemacht. Nicht alle Ausgaben, die für eine Wohnimmobilie anfallen, dürfen bedenkenlos auf den Mieter umgelegt werden. Beispiel wären Verwaltungs- oder diverse Versicherungskosten. Ebenfalls ein beliebter Fehler: ein falscher Verteilungsschlüssel. Mit dessen Hilfe steigen die Nebenkosten ohne Zutun des Mieters. Ebenfalls Ursache für eine zu hohe Nebenkostenabrechnung können doppelt verrechnete Betriebskosten sein. Einfaches Beispiel: Die Instandhaltung der Heizungsanlage wird den Betriebs- & Heizungskosten zu geschlagen. Hier verdient der Vermieter quasi doppelt.
Was tun bei zu hoher Nebenkostenabrechnung?
Haben Sie das Gefühl, von Ihrem Vermieter bei den Betriebskosten über den Tisch gezogen zu werden? Dann müssen Sie handeln. Nach Zugang der Nebenkostenabrechnung haben Sie 12 Monate Zeit, um Einwendungen geltend zu machen. Achtung: Die Zahlung der Nebenkosten muss allerdings nach 30 Tagen erfolgen. Für die Prüfung der Abrechnung haben Sie das Recht, die Unterlagen des Vermieters einzusehen. Lassen Sie sich von Ihrem Vermieter nicht einfach abwimmeln. Kleiner Tipp: Liegt die Abrechnung nicht innerhalb von 12 Monaten nach dem Ende des Abrechnungszeitraums im Briefkasten, haben Sie Glück. Eine hohe Nebenkostenabrechnung kann der Vermieter dann nicht mehr liquidieren, sofern das Verschulden bei ihm liegt.