Mietrecht A-Z: F wie Fliesen in der Mietwohnung

Mieter müssen alle Mietsachen pfleglich behandeln. Wenn Schaden verursacht wird, dann kann der Vermieter von ihm verlangen, diesen zu beseitigen. Als Schaden werden Bohr- und Dübellöcher in Fliesen laut Gericht aber nicht angesehen. Laut Vertrag ist das Badezimmer frei für die vertragsmäßige Nutzung der Wohnung. Dazu gehört es auch, Handtuchhalter, Spiegel, Lampen usw. anzubringen. Das Oberlandesgericht Köln urteilte, dass Nägel, Dübel und Schrauben in Fliesen verwendet werden dürfen, sofern die Anzahl begrenzt ist (Az: 22 U 97/91). Wenn der Mieter die Fliesen mit wasserfester Farbe überstreicht, so kann der Vermieter sie nach Ende des Mietverhältnisses überfliesen. Der Mieter muss dann für die Kosten aufkommen.

Wenn neue Fliesen vom Mieter verklebt werden, dann sind das bauliche Veränderungen. Ob dies vom Vermieter genehmigt werden muss, hängt von jeweiligen Mietvertrag ab. Gesetzlich ist dazu nichts geregelt.
Hat man aber neue Fliesen angebracht und das vorher nicht vom Vermieter genehmigen lassen, dann muss man damit rechnen, dass man beim Auszug die Wohnung wieder in Ursprungszustand versetzen muss. Diesen Zustand entnimmt man dem Wohnungsübergabeprotokoll. Wenn man dieser Pflicht zum Rückbau nicht nachkommt, darf der Vermieter die entstehenden Kosten in Rechnung stellen oder mit der Mietkaution verrechnen. Wenn der Wert der Wohnung durch die bauliche Veränderung gemindert wurde, dann ist dies meistens der Fall.

Anders verhält es sich, wenn beispielsweise 30 Jahre alte Fliesen vom Mieter erneuert werden. Dadurch würde der Gebrauchswert um 50% steigen. So entschied das Landgericht Köln (Az: 12 S 312/95).