Private Vermieter sind leichte Beute für Mietnomaden

Eine Studie der Universität Bielefeld hat belegt, Vermieter, die auf Mietnomaden hereinfallen, sind meistens selbst Schuld. Die bielefelder Wissenschaftler würden auf verstärkte Aufklärung sorgen und halten die Stärkung der Vermieter-Rechte dagegen für nicht hilfreich.

Es ist auffällig, dass Opfer von Mietnomaden in den meisten Fällen private Vermieter sind. Gewerbliche Vermieter informieren sich umfangreich über die eventuellen neuen Mieter, ehe sie einen Vertrag eingehen. Private Vermieter versäumen dies dagegen sehr häufig und tappen somit in die Mietnomaden-Falle.

Dabei gibt es viele einfache Möglichkeiten, sich über potentielle Mieter zu informieren. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vom Vormieter, Einkommensnachweise und Schufa-Auskunft sind wichtige Maßnahmen. Das Verlangen einer Kaution bietet ebenso Sicherheit. Betrüger werden versuchen, sich herauszureden. Dann sollten Vermieter hellhörig werden.
Doch nur knapp ein Drittel der jährlich privat abgeschlossenen Mietverträge, gehen solche Schritte voraus. Die Übrigen verlassen sich auf den ersten Eindruck, der bei Mietbetrügern in den meisten Fällen genau so gut ist, wie bei jedem anderen auch.

Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Mietbetrüger tatsächlich in Deutschland unterwegs sind. Schätzungen zufolge handelt es sich um ungefähr 15 000 Personen. Wie Mietnomaden definiert werden, ist sehr unterschiedlich, weswegen man diese nicht genau beziffern kann. Auf eine sehr hohe Zahl kommt man, wenn man auch solche Mieter hinzuzählt, die aus einer finanziellen Notlage heraus die Miete nicht mehr bezahlen. Bezeichnet man lediglich jene, die von Anfang an betrügerische Absichten hatten und daher niemals Miete bezahlt haben als Mietnomaden, dann sprechen Forscher von einer geringeren Zahl. Der Deutsche Mieterbund spricht von etwa 1.000.

Viele private Vermieter glauben den leeren Versprechungen von Mietnomaden. Bis es zu einer Räumungsklage kommt, verstreichen durchschnittlich 3,5 Monate. Danach dauert es weitere acht Monate, bis es zu einer gerichtlichen Entscheidung kommt und ein Gerichtsvollzieher tätig wird. Dieser muss im Voraus bezahlt werden, weswegen Vermieter diesen Schritt lange hinauszögern und auf Einsicht der Mieter hoffen.

Mietnomaden verursachen großen Schaden. Mietausfälle, Anwalts-, Gerichts- und Zwangsvollstreckungskosten, sowie Schäden an der Immobilie belaufen sich auf durchschnittlich 25.000 Euro je Einzelfall. Deutschlandweit belaufen sich die Mietrückstände auf satte 2,2 Milliarden Euro.