Bauliche Veränderungen in der Mietwohnung – was ist erlaubt?

Mieter haben generell das Recht, ihre Wohnung entsprechend der eigenen Wünsche einzurichten. Allerdings bedürfen größere Um- und Einbauten der Zustimmung des Vermieters. Im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs sind nur geringfügige Veränderungen erlaubt.

Vertragsgemäßer Verbrauch
Zum vertragsgemäßen Verbrauch einer Wohnung gehört beispielsweise der Einbau eines Telefonanschlusses oder die Verlegung von zusätzlichen Steckdosen. Des Weiteren ist es Mietern auch erlaubt, Türen auszuhängen, eine Balkonverkleidung zu entfernen oder die Einbauküche auszutauschen. Dazu darf der Mieter Einrichtungen anbringen, welche wieder trennbar sind und nur einen vorübergehenden Zweck erfüllen. Hierzu gehört beispielsweise ein neuer Fußbodenbelag sowie der Austausch des Wasch- oder WC-Beckens. Für darüber hinausgehende Umbauten sowie bauliche Veränderungen muss jedoch die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden. Ein Anspruch auf Zustimmung des Vermieters gibt es dabei nicht.

Zusätzliche Sicherheitsleistung möglich

Der Vermieter ist berechtigt, für den Umbau eine zusätzliche Sicherheitsleistung zu verlangen. Wie hoch diese ausfallen darf, hängt von den voraussichtlichen Kosten für einen Rückbau ab. Diese können beispielsweise mit einem Kostenvoranschlag belegt werden. Die Sicherheitsleistung muss vor Beginn des Umbaus hinterlegt und gemeinsam mit der Mietkaution getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden. Sollte der Mieter die baulichen Veränderungen ohne Zustimmung des Vermieters vornehmen, so ist er zum Schadensersatz verpflichtet. Der Vermieter kann entweder den sofortigen Rückbau verlangen oder sich dieses Recht für die Beendigung des Mietverhältnisses vorbehalten.

Einbauten bei Auszug entfernen

Auch wenn eine Zustimmung des Vermieters vorliegt, ist diese auf den Zeitraum des Mietverhältnisses beschränkt. Somit ist der Mieter verpflichtet, sämtliche Einbauten beim Auszug wieder zu entfernen. Eine Ausnahme gilt nur für Umbauten, die aufgrund einer Mängelbeseitigung oder zur Herstellung des vertragsgemäßen Zustands vorgenommen wurden. Bei baulichen Maßnahmen, die einen erheblichen Arbeits- und Kostenaufwand haben, kann der Mieter annehmen, dass diese nicht auf die Dauer des Mietverhältnisses beschränkt sind. Dies gilt auch für Maßnahmen, welche den Wohnwert aus objektiver Sicht erhöhen. Hierzu gehört unter anderem das komplette Fliesen des Badezimmers oder der Austausch von einzelnen Öfen gegen eine Nachtspeicherheizung.