Sind Vogelhäuschen auf dem Balkon erlaubt?

Es kommt immer wieder vor, dass sich Hausbewohner vom Vogelhäuschen auf dem Balkon des Vermieters gestört fühlen. Aus diesem Grund drohen Vermieter immer öfter mit einem Verbot. Wie der Mieterverein München kürzlich mitteilte, sind Vogelhäuschen oder Futterglocken auf dem Balkon von Mietwohnungen jedoch grundsätzlich erlaubt. Dies gelte selbst dann, wenn die Balkone möglicherweise durch den Kot der Vögel verschmutzt würden. Dem Vermieter ist es nicht erlaubt, das Aufstellen von Vogelhäuschen auf dem Balkon im Mietvertrag bzw. der Hausordnung generell zu verbieten.

Es gibt jedoch Grenzen

Durch das Füttern der Vögel kommt es noch zu keinem vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung. Auch das Ausstreuen von Futter auf dem eigenen Balkon ist grundsätzlich erlaubt. Auch Nachbarn, die sich durch das Füttern der Vögel belästigt fühlen, müssen dieses dennoch hinnehmen. Dies gilt auch dann, wenn Futterreste oder Vogelkot auf den Balkon des Nachbars gelangen. Allerdings müssen nicht alle Verschmutzungen hingenommen werden. Nehmen diese ein unverhältnismäßiges Ausmaß an, sind die betroffenen Mieter berechtigt, die Miete zu mindern. Je nach Stärke der Verunreinigungen haben Gerichte Mietminderungen von bis zu 30 Prozent als zulässig erklärt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Taubenkot und andere Verunreinigungen in die eigene Wohnung gelangen können.

Tauben und Möwen als Ausnahme

Ausnahmen gelten zudem für Tauben und Möwen. Da diese Tiere Krankheiten übertragen können, ist der Vermieter berechtigt, die Fütterung per Mietvertrag oder Hausordnung zu untersagen. Mieter, die gegen eine solche Anordnung verstoßen müssen mit einer Abmahnung und falls diese nicht befolgt wird mit einer Kündigung des Mietverhältnisses rechnen. Nisten sich Tauben in der Hausfassade ein kann der Vermieter aufgefordert werden diese zu entfernen. Ebenso kann der Vermieter auch das Füttern von fremden Katzen untersagen. Allerdings müssen hier immer der jeweilige Einzelfall und das genaue Verhalten des Mieters bewertet werden. Nach Ansicht des Landgerichts Hamburg ist das Füttern von zwei fremden Katzen über einen Zeitraum von zwei Wochen nicht zulässig. Auch wenn der Mieter im betroffenen Fall bereits 35 Jahre in der Wohnung gelebt hat.