Infos für Bauherren – Was kostet ein Architekt?

Wer den Bau einer Immobilie plant, sollte dabei auch die Kosten des Architekten bei der Finanzierung berücksichtigen. Wie viel ein Architekt für seine Leistungen verlangen darf, ist in der Honorarordnung für Architektenleistungen (HOAI) geregelt. Festgelegt sind darin unter anderem die Mindest- und Höchstsätze, die ein Architekt berechnen darf. Als Berechnungsgrundlage für das Honorar werden dabei immer die reinen Baukosten berücksichtigt.

Kosten je nach Anforderungsprofil

Die HOAI ist in fünf unterschiedliche Honorarzonen aufgeteilt, die sich nach dem jeweiligen Anforderungsprofil des zu betreuenden Objekts richten. Für private Bauherren sind dabei die Honorarzonen III und IV von Bedeutung. In die Honorarzone III fallen Gebäude mit einer durchschnittlichen und in die Honorarzone IV mit einer überdurchschnittlichen Planungsanforderung. Hierzu gehören die gestalterischen und konstruktiven Anforderungen sowie die technischen Konstruktionen und Ausrüstung.

Der Leistungsumfang

Der mögliche Leistungsumfang ist in neun unterschiedliche Leistungsklassen gegliedert. Je mehr Phasen der Architekt übernimmt, desto höher fällt auch sein Honorar aus. Sollte der Architekt alle neun Leistungsphasen übernehmen, hat er Anspruch auf 100 Prozent des in den HOAI festgelegten Honorars. Bauherren haben dadurch jedoch den Vorteil, dass die gesamte Bauphase professionell überwacht und betreut wird.

Die Leistungsphase 1 beinhaltet die Klärung der Aufgabenstellung sowie verschiedene Entscheidungshilfen für den Bauherren. Hierfür darf der Architekt 3 Prozent des maximalen Honorars verlangen. Die Vorplanung mit der Erstellung von Skizzen und einer ersten Kosteneinschätzung nimmt 7 Prozent des Honorars in Anspruch. Leistungsphasen 3 bis 4 ist dann die Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung die mit 11, 6 bzw. 25 Prozent zu Buche schlägt. Anschließend folgen die Vorbereitung und die Mitwirkung der Vergabe sowie die Bau- und Projektüberwachung. Die 9 Leistungsphase beinhaltet die genaue Dokumentation.

Beispiel für Honorarberechnung

Für ein Wohnhaus der Honorarklasse III wird bei Bauk0soten von 200.000 Euro ein Honorar zwischen 23.745 und 29.471 Euro fällig. Dies gilt dann, wenn der Architekt alle 9 Leistungsphasen übernimmt. Im Architektenvertrag wird festgelegt ob der Architekt den Höchst- bzw. Mindestsatz oder ein Satz dazwischen berechnet wird. Der Bauherr muss im Architektenvertrag nicht direkt alle 9 Leistungsphasen vereinbaren. So kann er sich zunächst von der Qualität des Architekten überzeugen und diesen anschließend mit weiteren Tätigkeiten beauftragen.