Wie wirkt sich der Atomausstieg auf die Strompreise aus?

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert auf die drohende Atomkatastrophe in Japan, indem sie die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für drei Monate aussetzt. CDU und FDP hatten diese erst vor Kurzem beschlossen. Nun sollen während des Moratoriums die sieben ältesten AKWs der Bundesrepublik stillgelegt werden. Ein vorgezogener Atomausstieg wird nun wieder denkbar.

Ein schneller Atomausstieg kann zu deutlich höheren Strompreisen führen. Experten sind sich allerdings nicht einig darüber, wie hoch der Effekt tatsächlich sein wird. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung spricht von bis zu 3 Cent je Kilowattstunde, sollte in Deutschland der Strombedarf durch Braun- und Steinkohlekraftwerken gedeckt werden. Auch die Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts prognostizieren einen schnellen Anstieg der ohnehin schon steigenden Strompreise.

Energieexperten der Hochschule für Technik und Forschung sehen das anders. Sie sehen nur minimale Auswirkungen auf den Strompreis. Der schnelle Atomausstieg würde die Strompreise kaum beeinflussen. Es käme maximal zu einer Steigerung von 0,2 bis 0,5 Cent je Kilowattstunde.
Auch die Experten des Öko-Instituts Freiburg gehen von geringen Preisanstiegen aus. Aufgrund hoher Preisschwankungen könne der Effekt schlecht nachgewiesen werden. Zudem verfügt Deutschland über große Überkapazitäten, die bislang ins Ausland verkauft werden.

Die Gewinne der Stromkonzerne werden aller Voraussicht nach aber sicher schrumpfen. Die Belastung durch den schnellen Atomausstieg ist größer. Atomkraftwerke bringen den Konzernen sehr viel Profit, der nun weg fällt. Für Sie als Verbraucher heißt das: Strompreise vergleichen! Die Stromanbieter werden die Preisanpassungen nicht im gleichen Maße vornehmen, deswegen empfehlen wir Ihnen einen Stromanbieter Vergleich. Nutzen Sie dazu am Besten unseren kostenlosen Stromtarif-Rechner.